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Elastic Cloud Server (ECS)

Virtuelle Rechenkapazitäten nach Bedarf

Über Elastic Cloud Server stellt die Open Telekom Cloud virtuelle Maschinen (VM) in insgesamt neun Leistungsklassen bereit. Die Leistungsklassen adressieren bestimmte Nutzungsszenarien: grafische Anwendungen, virtuelle Arbeitsplatzsysteme, Big-Data-Anwendungen, High-Performance-Szenarien oder sogar SAP. Zusätzlich gibt es vier generische Leistungsklassen mit unterschiedlichem vCPU/RAM-Verhältnis. Daraus ergeben sich über 60 Flavors - mit einer Bandbreite von einer bis zu 36 vCPUs und von einem bis zu 940 GB RAM. Jede virtuelle Maschine benötigt zum Flavor noch eine Systemplatte und ein Betriebssystem. An einen ECS können bis zu 40 Storage Volumes angehängt werden.

Die beiden Tabellen unten zeigen, in welchen Spezifikationen Elastic Cloud Server verfügbar sind. Jede dieser virtuellen Maschinen kann innerhalb einer Buchung der Open Telekom Cloud bis zu 500-mal provisioniert werden. Die verschiedenen Flavors (Kombinationen virtualisierter Hardware-Komponenten) adressieren verschiedene Einsatzszenarien. Durch das Installieren von Betriebssystemen entstehen die kompletten virtuellen Maschinen (VM). 

Die Ressourcen für die Flavors werden aus virtualisierten Hardware-Pools bereitgestellt. Bei der Virtualisierung kommen KVM und Xen zum Einsatz. Ab November 2017 werden die Basic Flavors zusätzlich auf KVM als Hypervisor bereitgestellt. Neben dem Cluster für Standard-Flavors werden zusätzliche Cluster für disk-intensive, memory-intensive und GPU-Instanzen vorgehalten.

Basic Flavors

Die vier Basic Flavors bieten Verhältnisse von 1:1, 1:2, 1:4 und 1:8 für vCPUs zu RAM. Je nach Anforderung der Applikationen oder des Einsatzszenarios an RAM kann ein entsprechender Flavor gewählt werden. Die General Purpose (s1) Server mit einem Verhältnis von 1:4 bieten bedienen einen Großteil von Standardszenarien, bei geringerer RAM-Abhängigkeit können die kostengünstigeren Compute-I- (c1) und Compute-II- (c2) Instanzen eingesetzt werden. Bei hoher RAM-Abhängigkeit (wie beispielsweise für Datenbanken) steht der Memory Optimized Flavor (m1) bereit. Alle ECS mit Basic Flavors nutzen Prozessoren des Typs Intel® Xeon® E5-2658A v3 (30MByte Cache, 2.20 GHz). 

Elastic Cloud Server unterstützen horizontale und vertikale Skalierung. Das heißt, Sie können den Typ einer gebuchten virtuellen Maschine jederzeit ändern – etwa für den Wechsel von GP1 auf GP5 – oder aber die Anzahl der Elastic Cloud Server manuell oder regelbasiert (über die OpenStack-APIs) via Auto-Scaling anheben/senken. 

Alle Flavors können die Disk-Optionen SATA, SAS und SSD nutzen. Für die Nutzung eines Elastic Cloud Servers ist immer auch ein Block Storage nötig (Elastic Volume Service), um das Betriebssystem zu bereitzustellen.

 Compute ICompute IIGeneral PurposeMemory Optimized
vCPURAM (GB)RAM (GB)RAM (GB)RAM (GB)
11448
224816
4481632
88163264
16163264128
323264128-
60-128256512

Advanced Flavors

Neben den Basis-Flavors bietet die Open Telekom Cloud noch sechs weitere Flavor-Klassen, die für spezifische Anwendungen konzipiert sind: High Performance (HP), GPU optimized (GP), Disk-intensive (DI), Large Memory (LM) und Workspace (WP) und Field Programmable Arrays (FPGA). Die spezifischen Workspace Flavors sind nur als kompletter Workspace Service erhältlich. Die Advanced Flavors greifen in der Regel auf Prozessoren des Typs Intel® Xeon® E5-2690 v3 (30MByte Cache, 2.60 GHz) zurück.

 High PerformanceGPUWorkspaceDisk-intensiveLarge MemoryFPGA
vCPURAM (GB) + zusätzliche RessourcenRAM (GB) + zusätzliche RessourcenRAM (GB) + zusätzliche RessourcenRAM (GB) + zusätzliche RessourcenRAM (GB) + zusätzliche Ressourcen 
24, 8, 16 4   
48, 16, 328 + vGPU8 (+1 vGPU)****

32 + 3,6 TB

32 + 5,4 TB

128 
6  16   
816, 32. 6416 + vGPU, 64+GPU, 64 + GPU** (pass trough)16 + vGPU

64 + 7,2 TB

64 + 10,8 TB

128/ 256

88 + Xilinux

VU9P

12128**, 256**   256 
1632, 64, 128, 128*, 256*128 + 2 GPU*** 

128 + 14,4 TB

128 + 21,6 TB

470 
18    445 
    192 + 21,6 TB  
3264, 128, 256, 256*256 + 4 GPU*** 256 + 28,8 TB940 
36   256 + 43,2 TB890 
    540 + 43,2 TB  

* mit InfiniBand/KVM
** NVidia M60 (KVM)
*** NVidia P100 (KVM)
**** vGPU optional

High Performance Server adressieren Hochleistungsszenarien, z.B. für Teilchenphysik, Ingenieurwissenschaften oder für Simulationen/Modellierung. Die bestellten CPUs werden für die Dauer nicht mit anderen Nutzern geteilt, wodurch die volle Leistungsfähigkeit über den gesamten Einsatzzeitraum gewährt wird. Zwei dieser Flavors greifen auf Infiniband (16 vCPU mit 128 GB RAM und 256 GB RAM) als Netzwerk-Technologie zurück.

Bei GPU-optimierten Flavors wird den Basis-Ressourcen ein virtueller Grafik-Chip beigefügt. Der Pool für die virtualisierten Grafik-CPUs basiert auf NVidia M60-Karten. Diese Flavors eignen sich besonders für alle Anwendungen, die Bilder und Bewegtbilder verarbeiten müssen. Aber auch für kryptografische Anwendungen werden in der Regel derartige Instanzen eingesetzt. Drei Flavors (8, 16, 32 vCPU) nutzen GPU pass-through. Hierbei werden alle 2048 Signalprozessoren von einer, zwei bzw. vier GPUs genutzt für ein einzigartiges Performanzerlebnis. Der größte Flavor (8 vCPU/64 GB RAM) nutzt GPU pass through. Hierbei werden alle 2048 Signalprozessoren genutzt für ein einzigartiges Performanzerlebnis.

Bei Disk-intensive Flavors werden den Basis-Ressourcen lokale Disks hinzugefügt. Dabei werden zusätzliche 1,8 TB Plattenspeicher aus einem speziellen Pool bereitgestellt. Standardmäßig wird SR-IOV (Single Root I/O Virtualization) eingesetzt, um eine Bandbreite von 10 GB zu erzielen. Diese Flavors werden dann eingesetzt, wenn große Datenmengen übertragen und verarbeitet werden müssen, beispielsweise in Big-Data-Analysen mit Fokus auf Hadoop/Map Reduce.

Large Memory Flavors adressieren In-Memory/SAP-HANA-Szenarien. Hierbei werden umfangreiche RAM-Ressourcen bis zu 940 TB bereitgestellt, da die Verarbeitung der Daten beim In-Memory-Computing im RAM erfolgt. Massive Memory Flavors nutzen Intel® Xeon® Prozessoren des Typs E7-8880. Auch hier wird standardmäßig SR-IOV (Single Root I/O Virtualization) eingesetzt.

Mit dem FPGA-Flavor bietet die Open Telekom Cloud einen Servertyp, der mit einer hardware-nahen Programmierung immense Performanzgewinne für spezielle Anwendungsszenarien erzielt. Aktuell ist der FPGA-Flavor in einem Beta-Modus für interessierte Nutzer verfügbar.

Weitere Informationen zu den Workspace Flavors unter Workspace Service in der Rubrik Services.

Der ECS-Dienst wird in drei verschiedenen Preismodellen angeboten: Beim Elastic-Modell werden die Kosten auf Stundenbasis abgerechnet, beim Reserved-Modell bucht der Nutzer VMs für mindestens 12 Monate und erhält dafür einen Rabatt. Im einfachen Reserved-Modell bezahlt der Nutzer fixe Monatsraten, bei Bezahlung des kompletten Betrags im Voraus (Reserved Upfront) erhält er einen zusätzlichen Rabatt.

ECS Elastic

Elastic-Instanzen können auf Bedarf bestellt und wieder gekündigt werden. Die Verrechnung erfolgt dabei auf Stundenbasis. Es wird dabei nur die Zeit in Rechnung gestellt, zu der die bestellten Instanzen aktiv, also im Status "Running", sind. Die erste Stunde zählt ab der Nutzungsdauer von einer Minute. Die angezeigten Preise sind der Stundensatz der jeweiligen Instanz.

Wir empfehlen Ihnen die Elastic-Instanzen insbesondere aufgrund ihrer Flexibilität für Testumgebungen, in denen die Funktion und Dimensionierung einer Produktivumgebung abgeschätzt oder neue Versionen geprüft werden können. Sie eignen sich auch als kurzfristige Erweiterung einer Umgebung, um Lastspitzen abzufangen. 

Rechenbeispiel ECS Elastic

  • Sie starten eine ECS-Instanz General Purpose mit 4 vCPU und 16 GB RAM am 1. Januar um 12 Uhr.
  • Sie starten eine zweite Instanz des gleichen Typs am 5. Januar um 12 Uhr.
  • Beide Instanzen laufen bis zum 10. Januar um 12 Uhr und werden dann gestoppt.
  • Für die erste Instanz werden am 1. Januar 12 Stunden, vom 2. bis 9. Januar 8 x 24 Stunden, am 10. Januar 12 Stunden, also in Summe 216 Stunden in Rechnung gestellt.
  • Für die zweite Instanz werden für den 5. und 10. Januar jeweils 12 Stunden, und für den 6. bis 9. Januar 4 x 24 Stunden, in Summe 120 Stunden in Rechnung gestellt.
  • Auf der Rechnung erscheinen beide Instanzen, da sie vom gleichen Typ sind, als eine einzige Position, in diesem Beispiel also 336 Stunden des Instanz-Typs "General Purpose, 4vCPU, 16 GB RAM".
Instanz-TypStartStoppNutzung
1. Elastic General Purpose (4v CPU, 16 GB)1. Januar, 12 Uhr10. Januar, 12 Uhr216 Stunden
2. Elastic General Purpose (4vCPU, 16 GB)5. Januar, 12 Uhr10. Januar, 12 Uhr120 Stunden
   336 Stunden gesamt

ECS Reserved

Reserved-Instanzen können für die Dauer von 12, 24 oder 36 Monaten reserviert werden. Sie sind nicht auf eine spezifische Instanz, sondern nur auf den Instanz-Typen festgelegt und werden auch dann verrechnet, wenn die Instanz abgeschaltet ist. 

Wir empfehlen Ihnen die Reserved-Instanzen für Einsatzszenarien, bei denen ein System über lange Zeit mit ähnlicher Auslastung betrieben wird, zum Beispiel für einen Webshop. 

Es wird monatlich ein fester Betrag abgerechnet, der sich bei Preisanpassungen nicht ändert. Je länger der gewählte Reservierungszeitraum ist, desto günstiger werden die monatlichen Preise. Während der ersten drei Monaten ist ein Upgrade auf einen größeren Instanz-Typen möglich. Dabei verlängert sich die Bindung um die vergangenen Monate und es wird der entsprechende Preis für die Reservierung fällig. Das zur Verfügung stehende Kontingent entspricht der Länge des jeweiligen Monats (Tage x 24 Stunden). 

Rechenbeispiel ECS Reserved

  • Januar: Sie konfigurieren eine General-Purpose-Instanz in der Open Telekom Cloud und nutzen diese ab dem 1. Januar durchgehend. Ab dem 15. Januar bestellen Sie ein Reserved-Paket für diesen Instanz-Typen, das ab dem 15. Januar gilt.
  • Februar: Am 1. Februar wird um Mitternacht eine zweite Instanz des gleichen Typs gestartet, um eine Auslastungsspitze abzufangen. Diese wird mit der ersten nach genau 10 Tagen wieder gestoppt (= 240 Stunden x 2). Am 21. Februar um 0 Uhr wird die erste Instanz wieder gestartet (192 Stunden).
  • März: Am 29. März wird die laufende Instanz abgeschaltet.
VerbrauchJanuarFebruar (28 Tage)März
Reserved408 Stunden672 Stunden744 Stunden
Ist-Verbrauch744 Stunden672 Stunden696 Stunden
Abrechnung (Reserved + Elastic)408 + 336 Stunden672 + 0 Stunden744 + n0 Stunden

ECS Reserved Upfront

Reserved-Upfront-Instanzen bieten die größte preisliche Attraktivität. Sie können für 12, 24 oder 36 Monate bestellt werden. Dabei wird am Anfang der Laufzeit ein fixer Betrag berechnet. Es ist nicht möglich, innerhalb der ersten drei Monate auf eine größere Instanz zu wechseln. In den Folgemonaten sind die Reserved-Upfront-Instanzen auch auf der Rechnung als Reserved-Upfront-Paket zu sehen, ohne dass eine Verrechnung stattfindet. 

Rechenbeispiel Reserved Upfront

  • Januar: Sie konfigurieren eine General-Purpose-Instanz in der Open Telekom Cloud und nutzen diese ab dem 1. Januar durchgehend. Ab dem 15. Januar bestellen Sie ein Reserved-Upfront-Paket für diesen Instanz-Typen, das ab dem 15. Januar gilt.
  • Februar: Am 1. Februar wird um Mitternacht eine zweite Instanz des gleichen Typs gestartet, um eine Auslastungsspitze abzufangen. Diese wird mit der ersten nach genau 10 Tagen wieder gestoppt. Am 20. Februar wird die erste Instanz wieder gestartet.
  • März: Am 29. März wird die laufende Instanz abgeschaltet.
VerbrauchJanuarFebruar (28 Tage)März
Reserved408 Stunden672 Stunden744 Stunden
Ist-Verbrauch744 Stunden672 Stunden696 Stunden
Abrechnung (Reserved + Elastic)8.760 + 366 Stunden+ 0 Stunden+ 0 Stunden

Bitte beachten Sie:

  • Diese Beispiele gelten für alle ECS-Typen.
  • Wird der Autoscaler genutzt, um Instanzen zu starten oder zu stoppen, dann werden diese so verrechnet, als wären sie manuell gestartet worden.
  • Die Verbrauchszählung stoppt mit dem Zeitpunkt, zu dem die Instanz nicht mehr aktiv, also im Status "Stopped", ist. Sie muss dazu nicht aus der Konsole gelöscht werden.
  • Nach Ende der Reserved-Upfront-Laufzeit wird wieder nach Elastic verrechnet.
  • Wird der mit der Instanz verbundene Elastic Volume Storage (EVS) nicht gelöscht, so wird er bei einer gestoppten Instanz weiterhin verrechnet.