Wie gut ist meine Unternehmens-Website? – Der Selbstcheck

05.10.2015 von Redaktionsteam TelekomCLOUD

Ob Friseur, Handwerksbetrieb oder Arztpraxis: Kleine und mittelständische Unternehmen benötigen nicht nur qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen, auch die richtige Präsentation entscheidet über den unternehmerischen Erfolg. Die eigene Website im Internet ist heute von besonderer Bedeutung. Was für eine gute Unternehmens-Website wichtig ist, wie Sie Ihre Website überprüfen und verbessern, erfahren Sie mit dem folgenden Ratgeber.

Auch die richtige Präsentation entscheidet über den unternehmerischen Erfolg.
Auch die richtige Präsentation entscheidet über den unternehmerischen Erfolg.

Website optimieren: Am Anfang steht das Konzept

Ihre Website benötigt eine klare Struktur, einen roten Faden, eine zentrale Botschaft, die Sie Ihren Besuchern und Kunden mitteilen wollen. Inhalt und Design hängen eng miteinander zusammen, ein Party-Service mit kulinarischen Köstlichkeiten lässt eine andere Kundenansprache als der Arzt oder der Friseursalon notwendig werden. Über alle Branchen hinweg gilt: Ihre Unternehmens-Website soll Vertrauen wecken, Seriosität vermitteln und fachliche Kompetenz widerspiegeln. Dafür stehen verschiedene Mittel zur Verfügung, die je nach Zielgruppe zum Einsatz kommen. Authentizität ist wichtig: Die Offline- und Online-Präsenz Ihres Unternehmens müssen zueinanderpassen. Fragen Sie daher auch Ihre Mitarbeiter, ob diese sich mit Ihrem Webauftritt identifizieren können.

Tipp: Prüfen Sie Ihre Website auf Ihre zentrale Botschaft und arbeiten Sie diese intensiv heraus.

Definieren Sie die Zielgruppe

Die optimale Firmenpräsentation beginnt mit einer Analyse der eigenen Kundenstruktur. Erarbeiten Sie Antworten für die folgenden Fragen:

  • Wie sieht der bisherige Kundenstamm aus? Mehr Männer oder Frauen, welches Alter?
  • In welche Richtungen soll der Kundenbestand in Zukunft erweitert werden?
  • Wie groß ist die Kaufkraft der Kunden? Suchen sie günstige oder die besten Lösungen?
  • Möchten Sie mit Ihrer Unternehmens-Website regionale oder überregionale Aufmerksamkeit erregen?
  • Möchten Sie Interessenten im Ausland ansprechen und dafür Zugänge in Englisch, Französisch oder anderen Sprachen bereitstellen?

Online-Visitenkarte, Unternehmens-Website mit Mehrwert oder Onlineshop?

Struktur und Inhalt hängen mit der Funktion der Website zusammen. Dienstleister stellen Ihre Angebote vor und präsentieren gegebenenfalls ihre Mitarbeiter, damit vermitteln sie Fachkompetenz und schaffen Vertrauen. Produzierende Unternehmen offerieren ihre Produkte unter Beachtung der Besonderheiten – wie heben Sie sich von ihren Konkurrenten ab? Zeigen Sie Meilensteine in der Unternehmenshistorie auf, das fördert Vertrauen in Ihre Waren und stärkt den Glauben an die Kompetenz der Mitarbeiter. Beim Onlineshop ist ein vertrauenerweckender Eindruck ebenfalls sehr wichtig.

Laden Sie Ihre Besucher zu Feedback ein

Der Weg zur erfolgreichen Website ist genauso wie die Entwicklung zum erfolgreichen Unternehmen ein fortlaufender Prozess. Geben Sie Ihren Kunden eine Chance, sich zu den gebotenen Inhalten zu äußern. Nutzen Sie das Feedback für die stetige Verbesserung.

Website optimieren mit einem Online-Baukasten

Laut einer Studie der Bitcom hat in Deutschland jedes sechste Unternehmen keine eigene Homepage, sei es aus Zeitmangel, der Scheu vor den Kosten oder dem fehlenden Know-how. Dabei kann jeder mit Grundkenntnissen im Umgang mit dem Computer seinen Webauftritt zusammenstellen, ganz ohne Erfahrungen in der Programmierung zu besitzen. Wer seine Website in Eigenregie entwickeln möchte, findet in den sogenannten Online-Baukästen die schnelle, einfache und hochwertige Lösung. Für kleine und mittlere Unternehmen bietet auch die Telekom eine professionelle Baukasten-Lösung mit praktischen Funktionen an, sowohl für Einsteiger als auch Profis. Vorgefertigte und an die jeweiligen Branchen angepasste Designs stehen zur Auswahl und nehmen Ihnen die aufwendige Seitengestaltung ab – ideal für kleine und mittelständische Unternehmen. Zusätzlich sind nützliche Tools wie beispielsweise für die Zimmervermietung für Hotels und Besitzer von Ferienwohnungen verfügbar.

Vorlage passend zur Branche

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance – das gilt auch für Ihre Website. Ein professionelles Design muss gut aussehen und sinnvoll sein. Mit Übersichtlichkeit und einem guten Design vermitteln Sie Seriosität, bauen Vertrauen auf und entfesseln Neugierde.

Die Navigation und der Inhalt: Einfache Sprache anstelle von unverständlicher Fachsimpelei

Untersuchungen haben ergeben, dass Internetseiten von Besuchern nicht sofort gelesen, sondern erst überflogen werden („Skimming“ genannt). Überschriften und Unterüberschriften müssen aussagekräftig sein und Interesse für den folgenden Text wecken. Für die Texte gilt die KISS-Regel: „Keep it short and simple“. Schreiben Sie keine komplizierten und verschachtelten Sätze voller Fachausdrücke. Drücken Sie sich stattdessen so klar und einfach wie möglich aus. Eine korrekte Rechtschreibung und Grammatik sind selbstverständlich, lassen Sie die Texte Korrektur lesen.

Was Farben bewirken

Farben drücken Emotionen aus, verwenden Sie diese je nach Ziel richtig:

  • Gelb ist eine optimistische und jugendliche Farbe, die in Schaufenstern häufig zum Einsatz kommt – eine Signalfarbe.
  • Rot erhöht die Herzfrequenz und vermittelt Dringlichkeit, daher wird sie in Online-Shops bei Räumungsverkäufen genutzt – vor allem bei den Branchen Unterhaltung, Musik und Lebensmittel.
  • Blau steht für Sicherheit und Vertrauen – bevorzugt Banken und Versicherungen nutzen die Farbe.
  • Grün wird mit Wohlstand assoziiert, eine angenehme Farbe für das Auge, die für Gefühle von Entspannung und Harmonie sorgt – eine gute Wahl im Bereich der Kommunikation, der Ökologie und der Lebensmittel.
  • Orange ist eher aggressiv und eignet sich für Handlungsaufforderungen: „Bestellen Sie jetzt“. Die Farbe wird auch in der Kreativbranche häufig eingesetzt.
  • Pink ist eine romantische und feminine Farbe, passend zur Vermarktung von Produkten für Frauen und Mädchen.
  • Schwarz ist kraftvoll und eignet sich für luxuriöse Produkte – für Branchen im Bereich der Mode und Kunst.
  • Lila beruhigt, Profis verwenden die Farbe für das Marketing von Schönheits- und Anti-Aging-Produkten.

In der Regel sollte es nicht zu bunt werden, höchstens bei Produkten für Kinder. Maximal zwei bis drei Farben reichen aus. Wer sich mit der Farblehre nicht auskennt und Hilfe bei der Zusammenstellung harmonischer Farben benötigt, findet zum Beispiel im Online-Tool von Adobe Unterstützung.

Mit dem Adobe Online-Tool schnell harmonische Farbkompositionen finden.
Mit dem Adobe Online-Tool schnell harmonische Farbkompositionen finden.

Die Typografie: Die Wahl der richtigen Schriftart und -größe

Bei der Wahl der Schrift geht es in erster Linie um eine gute Lesbarkeit. Verwenden Sie maximal zwei bis drei Schriftarten und grenzen Sie diese hierarchisch klar voneinander ab. Nutzen Sie klar erkennbare Größenverhältnisse, so fallen den Besuchern die wichtigen Botschaften sofort ins Auge.

  • Kontrast: Achten Sie darauf, dass sich die Schrift gut vom Hintergrund abhebt. Weiße Schrift auf einem schwarzen Untergrund eignet sich nicht für den Fließtext, es ist für die Augen anstrengender.
  • Schriftgröße: Die Schrift muss auf jedem Monitor gut lesbar sein, die Schriftgröße sollte 12px nicht unterschreiten.
  • Mut zur Lücke: Freiräume und Absätze sorgen für Übersicht und grenzen die Inhalte sinnvoll voneinander ab.
  • Vorsicht mit Effekten: Nur weil Spiegelungen, Schatten und bewegende Texte möglich sind, heißt das noch lange nicht, dass Sie diese nutzen müssen, es gilt: Weniger ist mehr.


Die verschiedenen Schriften unterscheiden sich grundlegend: Die einen verfügen über „Serifen“: An den Buchstabenenden befinden sich kleine Häkchen. Bei den „Grotesk“ genannten Schriften gibt es diese nicht. Serifen-Schriften gelten zwar im Print-Bereich als besser lesbar, auf dem Bildschirm verschwimmen die Buchstaben jedoch schneller miteinander. Im Fließtext verwenden Sie daher am besten serifenlose Schriften, mit bevorzugt schlichter und einfacher Form. „Tahoma“ und „Verdana“ zählen zu den populären Schriften, die speziell für den Bildschirm entwickelt wurden. „Helvetica“ erfreut sich seit über 50 Jahren großer Beliebtheit, Microsoft hat die Schrift leicht abgewandelt und „Arial“ getauft.
Nutzen Sie Serifenschriften für Überschriften und serifenlose Schriften für den Fließtext, dadurch erhöhen Sie den Kontrast. Die richtige Schriftart für Ihre Internetseite hängt von der Branche ab, „Comic Sans“ ist beispielsweise völlig ungeeignet. Myfonts.de ist eine riesige Bibliothek digitaler Schriften, manche sind gratis. Kostenlose Schriften erhalten Sie bei den Google Webfonts. Achten Sie darauf, die Information zur Schrift im <head>-Element der Website einzubinden. Bei den Google Webfonts finden Sie dazu eine Anleitung in englischer Sprache.

Die Google Webfonts
Auf der Suche nach der richtigen Schrift: Die Google Webfonts

„Responsive Design“: Website optimieren für Smartphone und Tablet

Immer mehr Menschen surfen mit ihrem Tablet und Smartphone im Netz. Aufgrund unterschiedlicher Bildschirmgrößen kann und soll Ihre Website nicht auf jedem Endgerät gleich aussehen, jedoch für die verschiedenen Formate optimiert sein. Das responsive Design passt sich automatisch an die jeweiligen Endgeräte an, so etwas eigenständig zu programmieren ist überaus aufwendig. Zum Glück gibt es sowohl für die verschiedenen Webseiten-Baukästen als auch Content-Management-Systeme zahlreiche Vorlagen, die diese Anforderungen erfüllen. Achten Sie bei der Auswahl auf den Hinweis „responsive Design“.
Testen Sie die Darstellung auf allen Geräten, die Ihnen zur Verfügung stehen, und in allen Browsern. Teilweise kann die Darstellung zwischen den unterschiedlichen Browsern wie Google Chrome, Safari, Internet Explorer und Firefox stark variieren.

Gleiche Informationen für alle Besucher: Tipps zur Barrierefreiheit

Die Barrierefreiheit im Netz ist ein bedeutendes Thema und gehört zum seriösen Internetauftritt dazu. Vom barrierefreien Webdesign profitieren nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern es kommt allen Seitenbesuchern zugute. Eine klare Struktur ist vorausgesetzt, potenzielle Kunden müssen sich jederzeit und überall zurechtfinden. Inhalte müssen mit wenigen Klicks erreichbar sein, der aktuelle Standort ist im besten Fall im Navigationspfad ersichtlich. Dafür integrieren Sie den Navigationspfad (Breadcrumb) oberhalb des Textes. Ein Inhaltsverzeichnis (Sitemap) sorgt für eine übersichtliche Darstellung sämtlicher Seiten. Die Barrierefreiheit lässt sich in fünf Dimensionen unterteilen:

  • Standardkonformität durch die strikte Trennung von Design und Inhalt
  • Zugänglichkeit – Informationen müssen auch für blinde oder motorisch eingeschränkte Personen zugänglich sein
  • Die Gebrauchstauglichkeit sieht eine logische Navigation mit einfacher Orientierung vor
  • Die Verständlichkeit richtet sich an den Inhalt, der für alle Besucher leicht verständlich sein soll
  • Das Design einer professionellen Website muss gut aussehen und ist zugleich funktional sein

Blinde lassen sich zum Beispiel die Inhalte einer Website von einer Software, sogenannter „Screenreader“, vorlesen. Bei Bildern ist daher eine alternative Bildbeschreibung zu hinterlegen (alt-Tag), die auch Suchmaschinen bei der Inhaltsbewertung hilft und SEO-Vorteile aufweist. Umfangreiche Informationen zum Thema finden Sie auf der Seite die-barrierefreie-webseite.

Die Website technisch optimieren

Mit einem guten Design und Inhalt ist die Arbeit nicht beendet, auch auf der technischen Seite gibt es viel Optimierungspotenzial.

Korrekter HTML-Code

Für die korrekte Anzeige der Website muss der dahinter liegende Code fehlerfrei sein. Der Markup-Validator untersucht die Seite, bei richtiger Anwendung von Online-Baukästen oder eines CMS sollte der Code richtig sein.

Die SEO-Analyse: Website für Suchmaschinen optimieren

Die beste Website mit großartigen Produkten nützt nichts, wenn sie von niemandem gefunden wird. Heute sind die Suchmaschinen, allen voran Google, der Startpunkt für die Recherche nach Informationen, Dienstleistungen und Produkten. Um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, ist die Optimierung der eigenen Seite daher unerlässlich. Kaum jemand klickt bei den großen Suchmaschinen auf die zweite Seite. Das Thema der Suchmaschinenoptimierung ist sehr umfangreich und beginnt bereits mit einer aussagekräftigen Domain. So fügt der Malermeister Müller seinem Domainnamen besser noch den Ort, Kreis oder Bezirk hinzu. Potenzielle Kunden suchen meist nach den Malerbetrieben in ihrer Region. Entsprechende Schlüsselwörter, nach denen häufig gesucht wird, müssen herausgearbeitet werden und in den Texten vorkommen.
Neben den eigenen optimierten Seiteninhalten sind unter anderem Links anderer Seiten wichtig. Google & Co werten diese Links als Empfehlungen, was zu einer höheren Positionierung in den Suchergebnissen führt. Dabei muss es sich natürlich um Verlinkungen von seriösen Seiten handeln, andernfalls können die Links auch schädlich wirken.

Das Thema erfordert viel Know-how und Zeit. Der rankingCoach aus der TelekomCLOUD hilft Ihnen weiter. Höhere Platzierungen bei den Suchmaschinen führen zu mehr Anfragen, mehr Kunden und mehr Umsatz.

Verkürzen Sie die Website-Ladezeit

Im Internet muss alles schnell gehen! Wenn potenzielle Besucher beim Aufruf Ihrer Unternehmens-Website länger als drei Sekunden warten müssen, springt bereits ein Drittel von diesen wieder ab. Über die technischen Möglichkeiten finden Sie hilfreiche Informationen in diesem Blogbeitrag.

Fazit: Die Website zu optimieren lohnt sich

Investieren Sie die Zeit für eine gelungene Unternehmens-Website. Mit einer klaren Struktur, einem ansprechenden und barrierefreien Design und einer für Suchmaschinen optimierten Internetseite bieten Sie Ihren Kunden einen professionellen Auftritt mit Mehrwert. Die Investition zahlt sich durch bessere Platzierungen in den Suchmaschinen, mehr Seitenbesuchen und letztlich mehr Umsatz aus.

Kategorien

  • Mehr Erfolg im Internet
Redaktionsteam TelekomCLOUD

Das Redaktionsteam gibt Praxistipps zu den Anwendungen aus der TelekomCLOUD, schreibt Ratgeber und Checklisten und spricht mit Experten oder Kunden zu allen Themen rund um SaaS, IaaS und PaaS. Sie erreichen uns unter cloud-blog(at)telekom.de