Alles zur Cloud-Computing-Definition

07.12.2015 von Redaktion

Liebe Leser, auch wenn Sie den Begriff Cloud Computing schon unzählige Male gelesen oder gehört haben – Hand aufs Herz: Könnten Sie genau erklären, was sich dahinter verbirgt? Nein? Kein Wunder, denn: Eine einheitliche Cloud-Computing-Definition gibt es nicht!

Ok, wenn man sich an einer Cloud-Computing-Definition versucht, dann würde man vielleicht noch darauf kommen, dass es irgendetwas mit Informationstechnologie zu tun haben könnte. Aber was genau? Wir klären Sie auf! In diesem Ratgeber bringen wir Licht in den unübersichtlichen Begriffsdschungel, der sich um die Definition von Cloud Computing rankt. Eine kleine Eselsbrücke haben wir uns auch überlegt: Sand. Was sich dahinter verbirgt, lesen Sie am Ende des Beitrags.

Was ist Cloud Computing?

Wer nach einer offiziellen Begriffserklärung sucht, der wird am ehesten auf den Seiten des Bundesamtes für Sicherheit und Information (BSI) fündig. Allerdings beruft sich das BSI für bisherige Erklärungen auf eine Definition der US-amerikanischen Standardisierungsstelle NIST. Die Definition von Cloud Computing des Bundesamts für Sicherheit und Information lautet wie folgt:

Cloud Computing bezeichnet das dynamisch an den Bedarf angepasste Anbieten, Nutzen und Abrechnen von IT-Dienstleistungen über ein Netz. Angebot und Nutzung dieser Dienstleistungen erfolgen dabei ausschließlich über definierte technische Schnittstellen und Protokolle. Die Spannbreite der im Rahmen von Cloud-Computing angebotenen Dienstleistungen umfasst das komplette Spektrum der Informationstechnik und beinhaltet unter anderem Infrastruktur (z. B. Rechenleistung, Speicherplatz), Plattformen und Software. – Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies also, dass Unternehmen Teile ihrer IT in Rechenzentren eines Cloud-Anbieters auslagern. Diese Auslagerung kann theoretisch alle Teile der IT wie beispielsweise Prozesse, Hardware, Betriebssysteme, Software, etc. umfassen. Beim Cloud Computing werden Nutzern IT-Ressourcen mit Hilfe neuer Verfahren zur Verfügung gestellt.

Neu daran ist, dass Server- oder Softwareanwendungen nicht auf einer eigenen IT-Infrastruktur gespeichert, sondern bei einem Cloud-Anbieter  reserviert, bedarfsorientiert abgerufen, genutzt und wieder frei gegeben werden. Bei einer Cloud-Computing-Definition dürfen die Dynamik und Flexibilität dieses Systems nicht unerwähnt bleiben.

Sie müssen sich vorstellen, dass Anpassungen oftmals innerhalb von Minuten vollzogen werden können. Die Bereitstellung, die Provisionierung, und die Freigabe, die  Deprovisionierung, von IT-Ressourcen können dank Selbstbedienungsfunktion vom Kunden auf einer entsprechenden Benutzeroberfläche eigenständig abgerufen werden. Ermöglicht wird das durch die Virtualisierung von Hardware, bei der mehrere virtualisierte Server auf einem physikalischen Server betrieben werden.

Der Kunde bekommt also seine eigene virtuelle Arbeitsumgebung bereitgestellt. Für den Nutzer ist oftmals nicht ersichtlich, wo die wirkliche physikalische Lokation der IT-Ressourcen statt findet. Seriöse Cloud-Anbieter zeichnen sich in diesem Punkt durch Transparenz des Standortes aus, der im Idealfall in Deutschland liegt. 

Mehr Effizienz durch Virtualisierung

Was genau versteht man eigentlich unter Virtualisierung? Die Software simuliert, es gäbe mehrere physische Server. Tatsächlich beziehen die virtuellen Server all ihre notwendige Rechnerleistung beispielsweise von lediglich einem physischen Server. Man kann sich dies vorstellen wie beim Jonglieren. Durch den optimalen Einsatz seiner Hände kann der Jongleur mehrere Bälle in der Luft halten. Es scheint, als habe er mehr als zwei Hände – er nutzt durch seine Technik „virtuelle“ Hände. Analog hierzu entsteht die Effizienz der Rechenzentren von Cloud Anbietern erst durch Virtualisierungstechnologien.

Vorteile und allgemeine Eigenschaften für die Cloud-Computing-Definition

Die Cloud definiert sich durch eine hohe Elastizität. Benötigte Ressourcen können je nach Bedarf in Minutenschnelle angepasst werden. Auch der Anbieter kann Skaleneffekte nutzen und alle notwendigen Ressourcen wie beispielsweise Kühlung, Strom oder Bandbreite zum geringsten Preis beschaffen. Bei Modellen mit bedarfsorientierter Abrechnung überträgt sich die Verantwortung zur effizienteren Unternehmensführung wie bei jedem Ressourcenverbrauch auch auf die einzelnen Mitarbeiter.

Technische Eigenschaften für die Cloud-Computing-Definition

Eine Cloud hat technisch gesehen den Vorteil, dass bei Engpässen schnell neue Ressourcen hinzugebucht werden können, zeitintensive Lieferwege entfallen. Weiterhin ist es für den Anwender unkompliziert, da der Cloud-Anbieter die Technik für ihn verwaltet und stetig verbessert. Das modulare Prinzip lässt es zu, nur die Technik zu buchen die benötigt wird und senkt dadurch auch die Hemmschwelle zum Experimentieren. Die Definition von Cloud-Computing soll es unnötig machen, langfristig in teure Hardware zu investieren und den IT-Bedarf auf das Wesentliche zu reduzieren. Da die Software in der Regel weltweit auf allen Mobilgeräten abrufbar ist, passt sie sich perfekt an globale Herausforderungen an.

Wirtschaftliche Eigenschaften für die Cloud-Computing-Definition

Einmalige, große Anschaffungskosten für Software entfallen beim Cloud Computing. Das verschiebt die fixen Kosten in den Bereich der variablen Kosten, sodass die Betriebskosten ebenfalls variabel werden und das Unternehmen an Flexibilität gewinnt. Die Qualität der Cloudprodukte nimmt dadurch zu, dass der Cloud-Anbieter unter ständiger Beobachtung seiner Kunden steht. Zu guter Letzt sind die Kosten inhaltsorientierter und innovativer, da es genauso leicht ist einen Server für zehn Stunden zu mieten, wie zehn Server für je eine Stunde.

Zu sehen ist eine Frau, die etwas auf einem Tablet macht.
Cloud-Computing ist genau auf den Bedarf des Kunden zurecht geschnitten.

Everything-as-a-Service: Das Geschäftsmodell des Cloud-Computing

Eine vollumfassende Cloud-Computing-Definition umfasst vier Geschäftsmodelle. Diese sind dienstleistungs-basiert und stellen verschiedenartige IT-Ressourcen zur flexiblen Nutzung bereit. Aufgrund des Dienstleistungscharakters spricht man auch von Everything-as-a-Service.

Wir unterscheiden wie folgt:

IT-Ressource Geschäftsmodell
Prozesse BPaaS = Business Process as a Service
Virtuelle Hardware / Physikalische Hardware IaaS = Infrastructure as a Service
Middleware / Betriebssystem PaaS = Platform as a Service
Software SaaS = Software as a Service
  • Definition BPaaS: Hierbei werden ganze Geschäftsprozesse vom Kunden auf den Cloud-Anbieter ausgelagert. Letzterer bietet dem Kunden alle IT-Ressourcen und nicht auf IT basierenden Dienstleistungen an, die der Kunde für die Erledigung seiner Geschäftsprozesse benötigt. Der Cloud-Anbieter stellt vollumfänglich die IT-Ressourcen und das benötigte Personal und führt die Prozesse für seinen Kunden aus. Diesem bleibt in der Regel verborgen wie der Anbieter die Cloud-Computing Ressourcen verwendet hat.
  • Definition IaaS: Der Cloud Anbieter stellt lediglich virtuelle oder physikalische Server zur Verfügung und verwaltet diese.
  • Definition PaaS: Der Kunde erhält hierbei höherwertige Funktionalitäten als bei IaaS. Kundenspezifische Anwendungen und höherwertige Dienstleistungen wie die Verfügbarkeit von Datenbanken, Process Engines oder Web Services stehen im Vordergrund. Zu dieser Dienstklasse gehören ganz allgemein gesagt Funktionalitäten, die nicht direkt vom Kunden genutzt, sondern in andere Anwendungen intergriert werden.
  • Definition SaaS: Software as a Service hat als Ziel dem Kunden komplett anpassbare Softwareanwendungen verfügbar zu machen. Über ein Netzwerk können die Nutzer gleichzeitig auf Anwendungen zugreifen ohne dies zu bemerken oder sich gegenseitig zu beeinflussen.

Gibt es nun eine einfache Cloud-Computing-Definition?

Sie kennen jetzt die Cloud-Computing-Definition des BSI, haben unsere Erläuterungen gelesen und die damit verbundenen Geschäftsmodelle kennengelernt. Was davon sollten Sie sich nun aber merken? Probieren Sie es doch mal mit dem Akronym "SAND":

  • wie Service: Je nach Geschäftsmodell werden an den Bedarf der Nutzer angepasste IT-Ressourcen dynamisch und flexibel zur Verfügung gestellt.
  • wie Anschaffungskosten: Cloud-Computing definiert sich auch über wirtschaftliche Vorteile, die vor allem in der Flexibilität des Budgets und geringen Anschaffungskosten begründet sind.
  • N wie Nutzung: Die Nutzung erfolgt über technische Schnittstellen die vom Cloud-Anbieter zur Verfügung gestellt und gepflegt werden.
  • D wie Dienstleistung: Alle Geschäftsmodelle sind dienstleistungsbasiert und decken die komplette Bandbreite der IT wie beispielsweise Software, Speicherplatz oder Plattform ab.

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