OpenShift – Der Motor im Herzen von AppAgile

04.05.2016 von Redaktion
Stefan Zosel, T-Systems International GmbH

Wissen Sie eigentlich, was OpenShift ist? Stefan Zosel ist Experte bei der T-Systems International AG und der richtige Ansprechpartner für AppAgile powered by OpenShift. Seit 2014 ist er verantwortlich für den Vertrieb dieses innovativen PaaS-Angebotes. Doch was macht es für den Geschäftskunden so wertvoll? Im Interview klärt Stefan Zosel die wichtigsten Fragen rund um die PaaS-Lösung AppAgile sowie OpenShift und erläutert die Vorteile des Produkts für Unternehmen.

Herr Zosel, Lösungen wie OpenShift und AppAgile sind für technische Laien schwer zu fassen. Können Sie diese Technologien vielleicht mit einem Bild erklären?

Stefan Zosel: Nun, bei OpenShift handelt es sich bildlich gesprochen um einen Werkzeugkasten für Handwerker, wobei der Handwerker ein Entwickler ist. Das erschwert das Verständnis unter Umständen für den Laien. Aber mit diesem Werkzeugkasten kann der Entwickler losgelöst von der zentralen IT sehr schnell seine Ideen umsetzen und innovative Software für die Cloud herstellen.

OpenShift ist das Produkt des amerikanischen Softwareherstellers Red Hat. Innerhalb davon gibt es Technologien wie Google Kubernetes oder Docker, die wir mit AppAgile kundenfreundlich aufbereiten und automatisiert bereitstellen.

Also ist AppAgile eine Plattform, die auf OpenShift basiert?

Stefan Zosel:Exakt. OpenShift ist sozusagen der Motor, den wir von Red Hat beziehen, der im Herzen von AppAgile werkelt. Es ist aber deutlich mehr. Zu AppAgile zählt die Gesamtheit der Peripheriesysteme wie Integration, Betrieb, Security, Backup, Monitoring bis hin zur Automatisierung. AppAgile ist also ein komplettes technisches Betriebsmodell für neu gebaute Software-Umgebungen und deren Pflege.

Was macht AppAgile bzw. OpenShift für Ihre Kunden so attraktiv?

Stefan Zosel: Viele Kunden haben heutzutage noch eine klassische – beispielsweise SAP-orientierte IT. Diese ist groß, schwergewichtig und oft auch ein bisschen langsam. Doch immer mehr Unternehmen wollen schneller werden und sich von alten Prozessen lösen. Sie wollen eine neue, schnelle, sichere und agile Cloudwelt aufbauen. Denn wenn bei Unternehmen das Business wächst, wächst zwangsläufig auch die IT. Der entscheidende Mehrwert von AppAgile ist, dass wir eine gemanagte Umgebung für Entwickler inklusive Middleware, Datenbanken und Entwicklungserzeugnissen zur Verfügung stellen. Der Kunde muss sich somit nur noch um die Applikationen kümmern und nicht um die sie umgebende Peripherie. Hinzukommt, dass die Platform-as-a-Service (PaaS) nach deutschen Sicherheitsstandards betrieben und durch den Kundenservice von T-Systems betreut wird. Das sind weitere Entscheidungskriterien für unsere Partner.

An welche Partner richtet sich denn das Angebot in erster Linie?

Stefan Zosel: Die Spannbreite unserer Kunden ist sehr groß. Zum einen handelt es sich um Großunternehmen, die im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie neue Produktthemen adressieren wollen. Das sind unter anderem auch Outsourcing-Firmen der T-Systems. Auf der anderen Seite zählen auch Neugründungen, Startups und andere strategische Partner zu unserem Kundenkreis.

Aber Sie statten ihre kleinen und großen Unternehmen mit der gleichen Technik aus?

Stefan Zosel: Ja, und genau das macht auch den Charme von AppAgile und OpenShift aus. Denn große Kunden wollen sich in der Regel das eine oder andere von den Startups abgucken, damit sie ebenso schnell und agil sind. Umgekehrt möchten die kleineren Kunden im Business der Großen mitmachen. Beide Zielgruppen sind auf der gleichen Plattform tätig und können miteinander arbeiten, sich austauschen und gemeinsame Use Cases umsetzen.

Website zu OpenShift
Seit 2014 besteht die Partnerschaft zwischen der T-Systems und dem Software-Unternehmen Red Hat. Deren OpenSource-Technologie OpenShift ist sozusagen der "Motor" der PaaS-Lösung AppAgile.

In diesem Zusammenhang fällt immer wieder der Begriff eines skalierbaren Hostings. Können Sie dies anhand eines konkreten Beispiels erklären?

Stefan Zosel: Wenn zwei Entwickler eine kleine triviale Applikation für ein Unternehmen „basteln“, können sie diese bei uns testen und betreiben. Auch die Entwicklungsumgebung stellen wir ihnen dafür zur Verfügung. Wenn sich diese Mini-App als erfolgreich und funktionsfähig herausstellt, kann sie zu einem großen Öko-System großgezogen werden. Aus den anfangs zwei Entwicklern können dann schnell 200 Entwickler aus der ganzen Welt werden. Es ist unabhängig von der Größe und Komplexität immer dasselbe Werkzeug-Set, nämlich AppAgile basierend auf OpenShift mit den bekannten Prozessen. Wir skalieren also von sehr klein bis sehr groß – die Technologie dahinter ist immer die gleiche.

Das ist echtes Cloud-Business. Mit einer typischen Legacy-Umgebung funktioniert das nicht. Dort muss der Kunde am Anfang eine Hardware kaufen. Diese limitiert nach einer gewissen Zeit die Skalierung, wenn sie ausgelastet ist. In einer Cloud-Umgebung tritt dieses Problem nicht auf.

Schnelligkeit, Skalierbarkeit, Sicherheit und Effizienz sind also die Vorzüge. Wie sieht es mit den Kosten aus?

Stefan Zosel: Es handelt sich um das „Pay-as-you-go“-Konzept aus der Cloud. Hierbei erfolgt eine genaue Abrechnung des Verbrauchs seitens der Kunden. Die Kosten hängen davon ab, wie viel konsumiert wird. Die Applikation bzw. Kapazität atmet ein oder aus – je nachdem wie hoch der Workload ist –, um es mit einem Bild zu erklären. Werden keine Ressourcen und Kapazitäten benötigt, so erhält der Kunde auch keine Rechnung. Es gibt also keine hohen Anfangsinvestitionen und auch keine Leerstandskosten. Der Kunde zahlt genau das, was er konsumiert hat. Das stärkt seine Position im Wettbewerb.

Das heißt, ein Kunde kann sich auch nach und nach aus dem „Werkzeugkasten“ OpenShift bedienen?

Stefan Zosel: Richtig. Denn ein komplettes OpenShift mit allen Technologien für ein Großunternehmen bereitzustellen, benötigt eine Menge Zeit und kostet viel Geld. Bei uns können sich die Kunden mit dem Cloud-Modell jedoch selbst entscheiden, wie viel von OpenShift sie nutzen wollen. Man kann also sehr klein anfangen, es aber auch sehr groß betreiben. Und die Technik dahinter ist immer dieselbe.

Lesen Sie zu diesem Thema auch das Interview mit Stefan Zosel auf openshift.com. Übrigens: Die T-Systems wurde von Red Hat bereits mehrfach als "Infrastructure Partner of the year" ausgezeichnet. 


Auf einen Blick: die Vorteile von AppAgile

  • PaaS als Wettbewerbsvorteil: Self-Service-Applikationen stehen sofort produktiv zur Verfügung – neue Webanwendungen oder Features auf bestehenden Lösungen können in AppAgile sofort aufgebaut und an Zielgruppen angepasst werden.
  • AppAgile ist im Erfolgsfall skalierbar und gibt Unternehmen größtmöglichen Spielraum für ihr Wachstum.
  • Unternehmen haben volle Flexibilität beim Anwendungsumfang, Kosten bleiben transparent.
  • umfangreiche Partner-Lösungen: Fachabteilungen können mit ihren Entwicklern auf bereits bestehende Eco-Systeme zugreifen und profitieren von den Produktionen anderer.
  • persönlicher Support inklusive
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