OpenStack: Einblick in die technische Seite des Cloud-Betriebssystems

01.02.2017 von Redaktion

In nur sechs Jahren ist OpenStack zum Cloud-Betriebssystem Nummer eins fĂŒr Unternehmen avanciert, die ihre eigene Cloud umsetzen möchten. Die Zahlen zu dem Open-Source-Projekt, das den Anspruch hat, das grĂ¶ĂŸte der Welt zu sein, imponieren: 65.000 Entwickler sind derzeit darin involviert. Bis heute ist OpenStack auf stolze 20 Millionen Zeilen Code angewachsen.

In diesem Artikel lesen Sie,

  • was OpenStack auszeichnet.
  • aus welchen Kernkomponenten das Open-Source-Projekt besteht.
  • wie Sie sich in der OpenStack-Community vernetzen können.
  • wie Ihnen der Start zur Entwicklung einer eigenen Cloud mit OpenStack gelingt.
  • wann sich eine nĂ€here BeschĂ€ftigung mit OpenStack lohnt.
  • welche Rolle die Open Telekom Cloud im Zusammenhang mit OpenStack einnimmt.
OpenStack: Einblick in die technische Seite des Cloud-Betriebssystems
In nur sechs Jahren ist OpenStack zum Cloud-Betriebssystem Nummer eins fĂŒr Unternehmen avanciert, die ihre eigene Cloud umsetzen möchten

Was ist OpenStack?

UrsprĂŒnglich aus einer Kooperation der US-Raumfahrtbehörde NASA und dem Webhoster Rackspace entstanden, bietet das Open-Source-Software-Projekt OpenStack heute eine freie Architektur fĂŒr Cloud-Computing. Der Clou: Eine rasant angewachsene Community treibt die Entwicklung weiter voran und sorgt fĂŒr eine kontinuierliche Verbesserung des Cloud-Betriebssystems. Dadurch können Nutzer auf eine immer grĂ¶ĂŸere Bandbreite von Funktionen zurĂŒckgreifen. Mit der Hilfe von OpenStack ist prinzipiell jedes Unternehmen in der Lage, eine eigene Cloud zu entwickeln.

Die Kernkomponenten des OpenStack-Projekts im Überblick

OpenStack besteht heute aus einer Vielzahl an Komponenten und Funktionen. Dennoch halten drei Kernkomponenten die Architektur zusammen: Compute, Storage und Netzwerk.

  • Compute: Unter dem Projektnamen „Nova“ verbirgt sich die OpenStack-Komponente, die die Computing-Ressourcen verwaltet. Virtuelle Maschinen können mit Nova gestartet und stillgelegt werden.
  • Storage: WĂ€hrend die Komponente „Swift“ Object Storage anbietet, ermöglicht „Glance“ die Speicherung und Wiederherstellung von Festplatten-Images fĂŒr virtuelle Maschinen.
  • Netzwerk: Die Komponente „Neutron“ wiederum ermöglicht Network-Connectivity-as-a-Service, wie sie fĂŒr andere OpenStack-Services wie Compute benötigt wird.

Eine Verbindung zwischen diesen drei Elementen stellt der zentrale Authentifizierungsdienst „Keystone“ her. Keystone ermöglicht Nutzern etwa eine Anmeldung in der Cloud, um virtuelle Maschinen starten zu können. Der Administrator kann mittels dieser Komponente die Berechtigungen der Cloud-Nutzer verwalten.

Eine Liste weiterer OpenStack-Services hat der Telekom „Cloud-Kindergarten“ im Rahmen einer Ref-Card zusammengestellt.

So funktioniert die QualitÀtssicherung von OpenStack

LĂ€ngst hat die QualitĂ€tssicherung von OpenStack ein professionelles Niveau erreicht. Jedes neu entwickelte Code-Element wird unter review.openstack.org automatisch getestet und auf Herz und Nieren geprĂŒft. Im Anschluss erfolgt eine manuelle PrĂŒfung durch die OpenStack-Community. Erst dann, wenn der Code einen definierten Schwellenwert von positiven Bewertungen ĂŒberschritten hat, geht er online. WĂ€hrend dieses PrĂŒfprozesses werden etwaige Fehler korrigiert. In einem Turnus von sechs Monaten findet zudem das fĂŒr Community-Mitglieder frei zugĂ€ngliche Project Teams Gathering (PTG) statt, in dessen Rahmen neue Funktionen ausfĂŒhrlich besprochen werden. Die Kommunikation verlĂ€uft dabei zu jedem Zeitpunkt transparent. GĂ€sten ist es möglich, via Telefonkonferenz oder IRC an den entsprechenden Meetings teilzunehmen. Zudem können die Meeting-Protokolle nachtrĂ€glich gelesen werden.

Wie ausgereift ein Projekt ist und ob ein Produktionseinsatz schon sinnvoll ist, verrÀt der Project-Navigator von OpenStack.

OpenStack: nur fĂŒr Systemspezialisten verstĂ€ndlich?

Das Vorurteil, OpenStack ließe sich sehr schwer konfigurieren und sei nur mit einer Armada von Systemspezialisten zu betreiben, hĂ€lt sich hartnĂ€ckig. Entsprechende BefĂŒrchtungen trafen allerdings nur wĂ€hrend der Anfangszeit des Open-Source-Projekts zu, als Upgrades noch undenkbar waren. Die letzten vier Releases hingegen legen allesamt großen Wert auf Einfachheit und einen sicheren und stabilen Betrieb. So sind Upgrades heute auch im laufenden Betrieb problemlos durchfĂŒhrbar. Der schier unerschöpflichen Skalierbarkeit steht heute allerdings eine gesteigerte KomplexitĂ€t gegenĂŒber, die ein VerstĂ€ndnis der einzelnen OpenStack-Komponenten unabdingbar macht.

OpenStack: wie Entwickler an der IT-Infrastruktur von morgen feilen

Der große Reiz des OpenStack-Projekts liegt zweifellos in der freien ZugĂ€nglichkeit und den zahlreichen Hilfestellungen der Community, die eine Einarbeitung in die OpenStack-Thematik auch ohne Vorkenntnisse ermöglichen. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick ĂŒber die wichtigsten Möglichkeiten, sich mit OpenStack vertraut zu machen. Die – zugegebenermaßen zeitaufwendige – Einarbeitung in die komplexe Umgebung wird mit der Möglichkeit belohnt, eine eigene Cloud verwirklichen zu können.

Vernetzung ist alles: wie Sie Teil der OpenStack-Community werden

OpenStack lebt von dem Engagement seiner Community. Entsprechend lernen Sie Funktionen, Möglichkeiten und Betrieb von OpenStack umso schneller, je stĂ€rker Sie in der Community vernetzt sind. So stehen Ihnen die Community-Mitglieder bei Fragen aller Art gerne mit Tipps, Anregungen und Hilfestellungen zur Seite. Um Teil der OpenStack-Community zu werden, steht Ihnen eine Reihe von Optionen zur VerfĂŒgung:

  • Ein persönlicher Austausch mit OpenStack-Interessierten aus aller Welt ist Ihnen auf den zweimal jĂ€hrlich in unterschiedlichen Locations stattfindenden OpenStack Summits möglich. Deutschland ist das nĂ€chste Mal wahrscheinlich 2018 Gastgeber eines OpenStack Summits. Große Unternehmen gewĂ€hren hier Einblicke in ihre Cloud-Architektur. Auch die Telekom war auf dem letzten OpenStack Summit in Barcelona prĂ€sent.
  • DarĂŒber hinaus bieten Ihnen die im Jahresturnus veranstalteten Deutschen OpenStack Tage die Möglichkeit, Ihre Kenntnisse zu vertiefen.
  • Die neuesten OpenStack-Entwicklungen können Sie zudem regelmĂ€ĂŸig im Rahmen des OpenStack DACH Tags besprechen.
  • Sie möchten Ihre Fragen und Ideen zu OpenStack regelmĂ€ĂŸig im kleinen Kreis besprechen? Auch das ist kein Problem. Es gibt in jeder grĂ¶ĂŸeren Stadt OpenStack-Usergroups, die auf regelmĂ€ĂŸiger Basis zusammenkommen. AngekĂŒndigt und organisiert werden diese Treffen meist ĂŒber die Plattform meetup.com.

Ein abschließender Tipp: Die Anmeldung zu diversen Mailinglisten der OpenStack-Community lohnt sich, um einen stĂ€rkeren Bezug zur Community zu bekommen. Eine große Auswahl an Listen finden Sie hier.

Quick Start: So gelingt der Einstieg in OpenStack

Transparenz wird bei OpenStack großgeschrieben. Entsprechend ist es Ihnen möglich, sich sĂ€mtliche Informationen und Hilfestellungen, die Sie zur Gestaltung Ihrer individuellen Cloud benötigen, ĂŒber die offizielle OpenStack-Plattform openstack.org zu organisieren. Technische Hilfsmittel und Trainings finden Sie beispielsweise auf dem OpenStack-Marketplace.

Sie haben sich bereits grundlegende OpenStack-Kenntnisse angeeignet und möchten direkt loslegen? Dann empfehlen sich zwei Optionen:

  • Die Entwicklerumgebung DevStack erlaubt Ihnen, sĂ€mtliche OpenStack-Komponenten auf einem Rechner zu installieren.
  • Ebenfalls empfehlenswert ist OpenStack-Ansible-AIO. Auch diese ermöglicht es Ihnen, alle OpenStack-Komponenten als Linux-Container auf einem Rechner zu installieren.

Den Quellcode von OpenStack können Sie hier einsehen. Interessieren Sie sich fĂŒr AnwendungsfĂ€lle und die konkrete Implementierung von Applikationen in OpenStack, finden Sie hier weitere Informationen.

OpenStack: Vom Nerd-Spielplatz zur ausgereiften Architektur

War in der Anfangszeit von OpenStack noch eine ĂŒberschaubare Zahl von Systemspezialisten und OpenStack-Experten die Triebfeder fĂŒr die Weiterentwicklung des Cloud-Betriebssystems, sind heute auch ĂŒber 650 Firmen am OpenStack-Projekt beteiligt. Das gilt beispielsweise fĂŒr Canonical und seine Linux-Distribution Ubuntu. Nicht verwunderlich also, dass OpenStack den einstigen Anstrich eines provisorischen Projekts fĂŒr interessierte „Nerds“ lĂ€ngst abgelegt hat und nun vielmehr als ausgereifte Architektur gilt.

Open Telekom Cloud: die deutsche Public-Cloud-Alternative auf Basis von OpenStack

Auch die Telekom treibt die OpenStack-Entwicklung als Sponsor voran. Zudem nutzt die Telekom OpenStack als Basis fĂŒr das sichere Infrastructure-as-a-Service-Angebot der Open Telekom Cloud. Haben Sie dieses IaaS-Angebot gebucht, so ist es Ihnen folglich möglich, Ihr eigenes OpenStack-Umfeld zusammenzustellen. Mehr zu den Vorteilen und Funktionen der Open Telekom Cloud lesen Sie hier.

FĂŒr wen lohnt sich eine nĂ€here BeschĂ€ftigung mit OpenStack?

Um sich in OpenStack einzuarbeiten – und damit letztlich in der Lage zu sein, eine eigene Cloud zu betreiben – braucht es Zeit und ein engagiertes Entwickler-Team. FĂŒr wen also lohnt sich eine Einarbeitung mit OpenStack ĂŒberhaupt? Prinzipiell gilt, dass sich eine BeschĂ€ftigung mit OpenStack lohnt, wenn Sie

  • Ihre IT virtualisieren und sich nicht an einen bestimmten Produktanbieter binden möchten.
  • IT-Ressourcen schneller als bislang bereitstellen und effizienter nutzen wollen.
  • beabsichtigen, Ihre IT-Verwaltung einfacher und sicherer zu gestalten.

Auf einen Blick: die Vorteile der Open Telekom Cloud

  • Sicherheit: Die Daten werden in hochsicheren Rechenzentren der Telekom in Deutschland gehostet.
  • Skalierbarkeit: Rechenleistung und Speicher können in wenigen Augenblicken online bestellt, eingerichtet und jederzeit flexibel angepasst werden.
  • Preismodelle: Wir bieten Ihnen flexible und feste Vertragslaufzeiten und auch eine Kombination aus beiden Modellen.
  • Kein Vendor Lock-in: Die Open Telekom Cloud basiert auf OpenStack, einem offenen Open-Source-Standard. Sie können den Anbieter jederzeit wechseln.
  • Individuelle Konfiguration: CPU, RAM, Storage, Netzwerk – stellen Sie sich ein Angebot zusammen, das Ihren Anforderungen optimal entspricht.
  • IaaS fĂŒr alle: Die Open Telekom Cloud ist hochgradig flexibel und daher fĂŒr Unternehmen jeder GrĂ¶ĂŸe geeignet.

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